Vorlagen für Selbstständige
Angebot Vorlage: So schreibst du ein Angebot, das ankommt.
Für Angebote gibt es keine gesetzlichen Pflichtangaben wie bei Rechnungen. Trotzdem entscheidet ein gutes Angebot oft über den Auftrag. Hier steht, was hineingehört, wie lange du daran gebunden bist und zwei Vorlagen zum Kopieren.
Was in ein Angebot gehört
Rechtlich ist ein Angebot ein Vorschlag für einen Vertrag. Nimmt der Kunde an, kommt der Vertrag zustande. Damit beide wissen, worauf sie sich einlassen, gehören diese Punkte hinein:
- Absender und Empfänger mit Namen und Anschrift
- Datum und Angebotsnummer, damit die spätere Rechnung darauf verweisen kann
- Leistung so genau wie möglich: was enthalten ist und was nicht
- Preis netto, Umsatzsteuer und brutto, oder der Hinweis auf § 19 UStG als Kleinunternehmer
- Zeitraum oder Liefertermin
- Zahlungsbedingungen, zum Beispiel Anzahlung und Zahlungsziel
- Annahmefrist: bis wann das Angebot gilt
Rechnungsprogramme übernehmen Kunde, Positionen und Preise aus dem angenommenen Angebot in die Rechnung. Nummern vergeben sie automatisch. Angebote gibt es bei sevdesk ab dem Tarif Rechnung, bei Lexware Office ab M.
Wie lange dich ein Angebot bindet
Ein Angebot bindet dich, sobald es beim Kunden ankommt. Wie lange, hängt davon ab, ob du eine Frist nennst:
- Mit Frist („gültig bis 30.11.2026“): Der Kunde kann nur bis dahin annehmen (§ 148 BGB). Danach bist du frei.
- Ohne Frist: Ein schriftliches Angebot gilt so lange, wie du unter normalen Umständen mit einer Antwort rechnen darfst (§ 147 BGB). Das ist unklar und führt leicht zu Streit.
- „Freibleibend“ oder „unverbindlich“: Damit behältst du dir vor, das Angebot nicht zu halten. Gerichte legen solche Formulierungen unterschiedlich aus. Eine klare Frist ist die sicherere Lösung.
Zwei Vorlagen zum Kopieren
Ersetze die Angaben in eckigen Klammern. Vorlage 1 passt für Projekte zum Festpreis, Vorlage 2 für Arbeit nach Stunden.
[Dein Name / Firmenname] [Straße Hausnummer], [PLZ Ort] [Name des Kunden] [Anschrift des Kunden] Angebot Nr. [AN-2026-001] Datum: [Datum] Sehr geehrte/r [Name], vielen Dank für Ihre Anfrage. Gern biete ich Ihnen folgende Leistung an: Leistung: [genaue Beschreibung, was enthalten ist] Nicht enthalten: [was ausdrücklich nicht dazugehört] Zeitraum: [Start] bis [Ende] Festpreis netto: [Betrag] € zzgl. 19 % Umsatzsteuer: [Betrag] € Gesamtpreis brutto: [Betrag] € Zahlung: [z. B. 30 % bei Auftrag, Rest nach Abnahme, jeweils 14 Tage nach Rechnung] Dieses Angebot gilt bis zum [Datum]. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen [Dein Name]
[Dein Name / Firmenname] [Straße Hausnummer], [PLZ Ort] [Name des Kunden] [Anschrift des Kunden] Angebot Nr. [AN-2026-002] Datum: [Datum] Sehr geehrte/r [Name], für [Projekt] biete ich Ihnen meine Leistung nach Aufwand an: Leistung: [Beschreibung] Stundensatz netto: [Betrag] € Geschätzter Aufwand: [Anzahl] Stunden Geschätzte Kosten netto: [Betrag] € Abgerechnet wird der tatsächliche Aufwand, monatlich mit Stundennachweis. Sollte sich abzeichnen, dass die Schätzung um mehr als [10] % überschritten wird, melde ich mich vorher bei Ihnen. Alle Preise zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Dieses Angebot gilt bis zum [Datum]. Mit freundlichen Grüßen [Dein Name]
Nach dem Angebot: Auftrag und Rechnung
Nimmt der Kunde an, lass dir die Annahme schriftlich bestätigen, eine E-Mail reicht. Verweise in der Rechnung auf die Angebotsnummer. Bei größeren Projekten kannst du eine Anzahlung vereinbaren und sie später mit einer Abschlagsrechnung abrechnen.
Checkliste
Vor dem Abschicken prüfen
- Leistung genau beschrieben, auch was nicht enthalten ist
- Preis netto, Steuer und brutto oder § 19 UStG
- Zeitraum oder Termin
- Zahlungsbedingungen
- Annahmefrist mit Datum
- Angebotsnummer für die spätere Rechnung
Typische Fehler
Das geht oft schief
- Keine Annahmefrist, der Kunde nimmt nach Monaten zum alten Preis an.
- Die Leistung ist so vage, dass später über den Umfang gestritten wird.
- Bei Stundenabrechnung fehlt der Hinweis, wann du dich bei Mehraufwand meldest.
- Netto und brutto werden nicht klar getrennt.
Mit Software erledigen
Weniger Handarbeit
Mit einem Rechnungsprogramm schreibst du Angebote mit eigener Nummer und wandelst sie nach der Annahme in eine Rechnung um. Im kostenlosen Tarif von sevdesk und in Papierkram Free fehlen Angebote, sie beginnen bei sevdesk Rechnung, Lexware Office M und Papierkram S.
Danach kannst du in den dauerhaft kostenlosen Tarif mit drei Rechnungen pro Monat wechseln oder einen bezahlten Tarif wählen.
Neukunden bekommen bei sevdesk oft einen Rabatt, der bei 12 oder 24 Monaten Laufzeit länger gilt. Ob gerade eine Neukundenaktion läuft, zeigt sevdesk im Warenkorb vor dem Bezahlen. Alle Sparwege: sevdesk Gutschein
Im Test sind alle Funktionen der größten Version XL freigeschaltet. Der Test endet automatisch und wird nicht von selbst zum Abo.
Lexware Office startet immer wieder Neukundenaktionen. Ob gerade eine läuft, siehst du vor dem Bezahlen im Warenkorb. Plane trotzdem mit dem regulären Preis, denn der gilt danach.
Der Free-Tarif kostet nichts und läuft ohne Enddatum. EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung, Angebote und XRechnung gibt es erst ab Tarif S.
Bei jährlicher Zahlung ist der Monatspreis niedriger als bei monatlicher Zahlung. Mit dem kostenlosen Tarif Free kannst du ohne Zahlung starten.
Alle Programme mit Preisen und Tarifgrenzen: Rechnungsprogramme im Vergleich · Buchhaltungssoftware im Vergleich
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Ist ein Angebot verbindlich?
Ja. Ein Angebot bindet dich, sobald es beim Kunden ankommt, und zwar bis zum Ende der Annahmefrist. Ohne Frist gilt eine angemessene Zeit (§ 147 BGB).
Wie lange sollte ein Angebot gelten?
Üblich sind 14 bis 30 Tage. Bei schwankenden Kosten oder knapper Auslastung eher kürzer. Nenne immer ein konkretes Datum.
Muss im Angebot die Umsatzsteuer stehen?
Gegenüber Privatkunden müssen Endpreise inklusive Umsatzsteuer genannt werden. Gegenüber Unternehmen sind Nettopreise üblich, die Umsatzsteuer sollte trotzdem erkennbar sein. Kleinunternehmer weisen auf § 19 UStG hin.
Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?
Ein Angebot nennt einen Preis, an den du gebunden bist. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung, die in der Regel nicht verbindlich ist. Wird er deutlich überschritten, musst du den Kunden aber rechtzeitig informieren.
Brauche ich eine Unterschrift unter dem Angebot?
Nein. Ein Angebot per E-Mail oder als PDF ist wirksam. Für die Annahme reicht ebenfalls eine schriftliche Bestätigung per E-Mail.
Hinweis: Dieser Ratgeber erklärt die allgemeine Rechtslage in Deutschland, Stand 12.10.2026. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall.
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